Grundsteinlegung in Hustedt am 29.08.2016

Quantensprung in Hustedt: Grundstein für neues „Zentrum für Europa-Betriebsräte“ gelegt

„Ein Leuchtturm für Celle mit europäischer Ausstrahlung!“

Celle wird um einen Leuchtturm reicher: Im Norden der Stadt entsteht ab sofort ein neuer Bildungsstandort mit europäischer Ausstrahlung. Hier im Bildungszentrum Heimvolkshochschule Hustedt wurde heute der Grundstein für das neue „Zentrum für Europa-Betriebsräte“ gelegt. Vor Ort entsteht ein hochmodernes Tagungsgebäude, in dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vielen Ländern künftig gemeinsam tagen können.

Highlight ist dabei eine technische Ausstattung, die Simultanübersetzung in bis zu 10 Sprachen erlaubt. Damit können multinational besetzte Gremien in Hustedt tagen – eine in der Form bundesweit und sogar europäisch einmalige Einrichtung. Daneben entsteht in dem Ensemble ein neues Unterbringungsgebäude mit 30 Einzelzimmern, insgesamt werden rund 5,2 Millionen Euro am Standort investiert, geplant wurde das Großprojekt vom Celler Architektenbüro Simon & Simon. Die heutige Grundsteinlegung wurde mit besonderen Gästen durchgeführt, die das Projekt maßgeblich unterstützt haben. So konnte Geschäftsführer Maximilian Schmidt in Hustedt den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies, den VW-Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh und den Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende begrüßen.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Olaf Lies sagte bei der Grundsteinlegung: „Starke Betriebsräte sind der Grundstein für starke Unternehmen, davon bin ich überzeugt. Nur Unternehmen, denen es gelingt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Belange zu gewinnen, haben langfristig Erfolg. Von einer starken Sozialpartnerschaft profitieren Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen. Um den wachsenden Herausforderungen der Internationalisierung gerecht zu werden, müssen sich Unternehmen und die betrieblichen Interessenvertretungen international aufstellen. Hilfestellung bekommen hierbei die Betriebsräte im neuen Zentrum für Europäische Betriebsräte, dessen Neubau das Land sehr gerne mit 3,2 Millionen Euro aus GRW-Mitteln gefördert hat.“

VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh beschrieb die wichtige Bedeutung der Mitbestimmung in europäischen und internationalen Konzernen: „Gerade wir bei Volkswagen wissen, wie wichtig Solidarität über Grenzen hinweg ist. Standorte zu sichern und Arbeitsbedingungen zu verbessern ist unsere Aufgabe – und das nicht nur Deutschland, sondern überall. Die Arbeitbewegung hat schon lange bevor es überhaupt die Idee eines geeinten Europas gab über Grenzen hinweg gearbeitet. Diese Geschichte schreiben wir jetzt in Hustedt fort: Hier wird ein Ort entstehen, in dem europäische oder sogar internationale Betriebsräte das Handwerkszeug für ihre wichtige Arbeit erhalten.“

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende freute sich über die wichtige Ansiedlung am Standort Celle: „Es freut mich wirklich außerordentlich, dass wir gemeinsam dieses Zukunftsprojekt in Celle ansiedeln konnten. Das neue Zentrum bedeutet nicht nur eine Stärkung für das Bildungszentrum in Hustedt, sondern für die gesamte Stadt. Celle bekommt damit einen weiteren Leuchtturm mit europäischer und internationaler Ausstrahlung. Als Stadt Celle haben wir dieses Investitionsvorhaben von Anfang an begleitet – ich freue mich sehr, dass nach der Planung jetzt die Umsetzung folgt!“

Geschäftsführer Maximilian Schmidt schloss die Grundsteinlegung mit einem Dank: „Hier haben alle Hand in Hand gearbeitet, so dass wir dieses Großprojekt jetzt umsetzen können. Starke Betriebsräte, starke Gewerkschaften und eine arbeitnehmerorientierte Politik kann nur gemeinsam entwickelt werden – und dafür ist auch künftig Hustedt der beste Ort. Das neue Zentrum ist dabei ein Quantensprung für die Weiterentwicklung hier am Standort!“

Zum Hintergrund:

Nahezu alle großen Unternehmen operieren heute multinational auf europäischer und globaler Ebene. Räumliche und zeitliche Grenzen verlieren an Bedeutung, technologische Innovationen verändern Produktion und Logistik rasant. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer birgt diese Entwicklung enorme Chancen, aber auch Risiken. Fest steht: Nur mit einer starken Mitbestimmung über Grenzen hinweg kann Globalisierung sozial und gerecht gestaltet werden.

Schon seit 20 Jahren existieren Europäische Betriebsräte, derzeit vertreten rund 1.300 EBRs die Interessen von Millionen Beschäftigten. Allein in der deutschen Metall- und Elektroindustrie sind rund 320 EBRs aktiv. Starke Mitbestimmung durch starke Betriebsräte – dafür sind Austausch und Vernetzung, Qualifizierung und Weiterbildung nötig. Und ein gemeinsamer Ort – eben dieser soll auf dem Gelände unseres Bildungszentrums Heimvolkshochschule Hustedt e.V. entstehen.