Ansicht des Parkgeländes

Akademiekurs

Der Akademiekurs Politische Bildung ist ein 6-Wochen-Seminar der politischen Allgemeinbildung. Er vermittelt Hintergrundwissen für gewerkschaftlich und politisch Interessierte und engagierte. Der Kurs wendet sich an alle, die die Welt besser verstehen lernen und die gesellschaftlichen, sozialen, geschichtlichen und ökonomischen Zusammenhänge durchschauen wollen. Der Tagesablauf ist in zwei Lerneinheiten strukturiert. Vormittags findet jeweils eine thematische Einführung statt, der Nachmittag ist für Eigen- oder Gruppenarbeit und das Anfertigen schriftlicher Arbeiten vorgesehen. Die im Kurs vermittelten methodischen Fertigkeiten und inhaltlichen Kenntnisse können sowohl zur eigenen sozialen und politischen Orientierung als auch zur Qualifizierung für die ehrenamtliche Tätigkeit in einer betrieblichen Interessenvertretung, einer Partei oder einer Bürgerinitiative genutzt werden. Langfristige Kurse haben in Hustedt Tradition – sie finden seit 1956 statt – und sind ein wichtiges Merkmal unserer Bildungsarbeit.

Termine des Akademiekurses in 2018

1. Akademiekurs: 28. Mai – 6. Juli 2018
2. Akademiekurs: 15. Oktober – 23. November 2018

Kosten und Freistellung

Die Kosten betragen 2.400 Euro (60 Euro Tagessatz); eine Übernahme durch die Gewerkschaft kann nach Absprache erfolgen. Die Freistellung ist über Bildungsurlaub sowie nach § 37.7 BetrVG möglich. Der Titel des Kurses lautet „Arbeits- und Wirtschaftsgesellschaft im Umbruch“.

Die Ziele

Die Teilnehmenden sollen

Die Grundstruktur

Der sechswöchige Kurs beginnt Montag Vormittag um 10.00 Uhr; die Anreise kann schon am Sonntag Abend erfolgen. Er endet am Freitag Mittag der sechsten Seminarwoche.

Die Unterrichtszeit ist jeweils von Montag Vormittag bis Freitag Nachmittag. Der Samstag Vormittag ist für Eigenarbeit vorgesehen. Samstag und Sonntag sind ansonsten zur freien Verfügung und können auch zur Heimreise genutzt werden. Das letzte Wochenende wird erfahrungsgemäß zur Anfertigung der Abschlussarbeit genutzt.

Der Tagesablauf ist in zwei Lerneinheiten so strukturiert, dass vormittags Unterricht stattfindet und der Nachmittag i.d.R. für Eigenarbeit bzw. Anfertigung schriftlicher Arbeiten vorgesehen ist. Es werden drei Arbeiten zu den Fachgebieten Soziologie, Geschichte und Wirtschaft angefertigt sowie eine Abschlussarbeit mit frei gewählter Thematik.

An den beiden ersten Nachmittagen erfolgt Unterricht in Methodik/wissenschaftliches Arbeiten; an zwei Nachmittagen wird daran anknüpfend eine Methodenwerkstatt (z.B. Internetrecherche) durchgeführt und an drei Nachmittagen findet eine Exkursion statt (Gedenkstätte Bergen-Belsen, Historischer Rundgang Stadt Celle, Erdölmuseum). Zusätzlich ist eine ganztägige Exkursion in ein Kunstmuseum eingeplant.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, die Nachmittage stundenweise zu speziellen Themen zu nutzen, z.B. auch für angeleitete Entspannungsübungen oder die Abende zu Kaminrunden/philosophischen Reflexionen etc.

Die thematischen Schwerpunkte werden repräsentiert durch die Fächer:

Zum Kursende werden zwei Reflektions-Einheiten durchgeführt, die einerseits ein soziologisch strukturiertes Zusammenhangsbild aus den Einzeldisziplinen rekonstruieren und andererseits eine subjektive Selbstreflektion ermöglichen. Der Kurs endet mit einem gemeinsamen Beurteilungsgespräch und einer Teilnahmebestätigung mit individueller qualifizierte Beurteilung (teilgenommen / gut / sehr gut).

Die Verlaufsstruktur

Ankommen
Die Begrüßung am Montag beinhaltet eine Kennenlernrunde von Teilnehmenden und den betreuenden PM sowie einen Rundgang durch das Bildungszentrum und eine Darstellung der Struktur des Kurses.

Methodik
Danach erfolgt über drei Lerneinheiten ein theoretisch orientierter Themenblock Methodik mit einer Einführung in wissenschaftliches Arbeiten und den Schwerpunkten:

Statistik und Schaubilder
Es folgt eine Lerneinheit mit den inhaltlichen Schwerpunkten:

Soziologie
„Will man die Welt ändern, muss man die Art und Weise, wie Welt ‚gemacht wird‘ verändern.“ (Pierre Bourdieu: Sozialer Raum und symbolische Macht (1992)). In vier Lerneinheiten wird die Soziologie als Werkzeug zur Analyse von Welt im gewerkschaftspolitischem Kontext vorgestellt. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stehen folgende Aspekte:

Wirtschaft
In vier Lerneinheiten werden mit Schwerpunkt Volkswirtschaft/Makroökonomie historische Entwicklungspfade ökonomischer Theorien dargestellt. An Hand der Arbeitswertlehre und der Krisentheorie der Politischen Ökonomie werden die Konjunkturbewegungen kapitalistischer Marktwirtschaften untersucht und wirtschaftspolitische Reformmodelle diskutiert:

Geschichte
In vier Lerneinheiten wird die Bedeutung von kritischer Erinnerung und historischem Bewußtsein für politisches Engagement thematisiert. Dabei lernen die Teilnehmenden, dass Geschichte nicht von höheren Mächten, sondern unter jeweils spezifischen gesellschaftlichen Bedingungen von den Menschen selber gestaltet wird:

Politik
In drei Lerneinheiten werden exemplarische Kenntnisse der Gesellschaft und ihrer Subsysteme erarbeitet. Im Zentrum steht dabei die Frage, was eigentlich Politik ist und sein kann und aus welchen ideologischen Traditionen sich emanzipative und neoliberale Vorstellungen von Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Demokratie zusammensetzen. Dabei wird der Blick auf die Interessenkonstel-lationen geschärft, die den bestehenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen zu Grunde liegen. Dazu gehört das Verständnis bürgerlich-demokratischer Verfassungsordnungen als Klassenkompromisse genauso wie das Verständnis über deren zivilgesellschaftliche, partizipative Strukturen und Potenziale unter Einschluss der Rolle von Parteien und Gewerkschaften. Themenbereiche sind:

Medien und Kommunikation
In drei Lerneinheiten beschäftigen sich die Teilnehmenden zunächst mit der Entstehung und Nutzung von verschiedenen Medienarten und -techniken. Anschließend wird die primäre und allen Medien immanente Funktion der Übermittlung von Inhalten, anhand verschiedener Kommunikationsmodelle, besprochen. Aufbauend auf dieser inhaltlichen Basis werden sowohl die Beschleunigung der Kommunikation und die Veränderung von Kommunikationsstrukturen durch (internetbasierte) digitale Medien, als auch die daraus resultierenden gesellschaftlichen Folgen besprochen. Im letzten Teil des Medienparts haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst die Erstellung und Verwendung von Medien im betrieblichen Alltag zu reflektieren und zu üben. Dabei wird ein kritischer, selbstgesteuerter Medienumgang erprobt (Recherche, Quellenauswahl etc.). Weitere Themenfelder:

Internationale Beziehungen
Das ideologisch stark strapazierte Schlagwort der Globalisierung wird auf seinen rationalen Kerngehalt analysiert. Das Verhältnis von nationaler politisch-ökonomischer Machtbasis und transnationaler ökonomischer Profitbasis des internationalisierten Kapitals wird innerhalb von vier Lerneinheiten untersucht. Die internationalen Austauschverhältnisse (terms of trade) werden kritisch hinterfragt. Aktuelle und perspektivische Funktionsweisen internationaler Institutionen (UNO, IWF, Weltbank, ILO, …) sollen dargestellt werden. Soziale Verhaltenkodexe zwischen Gewerkschaften/ Betriebsräten und Konzernen als Beispiele globalisierter Gestaltungsansätze werden diskutiert. Inhaltliche Schwerpunkte:

Ökologie
In drei Lerneinheiten werden die zentralen Ökologischen Problemfelder Energie, Klima und Biodiversität untersucht. Hierzu gehören auch die zu Grunde liegenden naturwissenschaftlichen Zusammenhänge sowie die Erkenntnisse und Empfehlungen des Weltklimarates (IPCC). Weiterhin werden die Kategorie der Nachhaltigkeit analysiert und daraus ableitbare industriepolitische Strategien dargestellt incl. aktueller Konversionsprojekte. Dazu gehören auch zukunftsfähige ressourceneffiziente Lebens- und Konsumtionsmodelle. Inhaltliche Schwerpunkte:

Methodenwerkstatt (Beispiele)

Exkursionen

Kunstmuseum

Gedenkstätte Bergen-Belsen

Historischer Stadtrundgang Celle

Erdölmuseum oder Biogasanlage
Niedersachsen war in der Vergangenheit das bedeutendste Erdölfördergebiet in Deutschland. Die wirtschaftliche Bedeutung und die Technologieentwicklung zur Förderung und Verarbeitung dieses fossilen Energieträgers werden anschaulich dargestellt.
Am Beispiel einer Biogasanlage wird die Verwendung nachwachsender Energieträger als eine zukünftige energetische Basistechnologie im laufenden Betrieb demonstriert.

Tagesausklang (fakultativ)
Teilnahmemöglichkeit an Kaminabenden – Gespräche und Begegnungen zu Themen aus Politik, Gesellschaft und Kultur.

Download: Inhaltliche Beschreibung des Akademiekurses